Die mobile Werkstatt
Nachdem ich mich immer wieder geärgert habe, wenn bei Außeneinsätzen genau das entscheidende Werkzeug gefehlt hat, sollte das Standardwerkzeug endlich mal fest zusammengestellt und transportabel gemacht werden.
Dabei kam mir noch zugute, dass ich aus einer Werkstattauflösung jede Menge Werkzeuge übernehmen konnte, die ich jetzt doppelt vorrätig habe. So kann nun zum Beispiel ein Hobel an meiner Werkzeugwand hängen bleiben während der andere bereit ist für den mobilen Einsatz.

Bosch-LBoxx
Da ich von verschiedenen Werkzeugkäufen der Serie "Bosch-Blau" noch ungenutze Transportkisten herumstehen hatte, boten sich diese als Basis an. Der Vorteil ist auch, dass sie stapelbar sind und so wenig Platz wegnehmen.Ähnliche Systeme gibt es auch von Makita und Einhell.

Ausmessen und Optimieren mit der Handykamera
Ich habe verschiedene Innenausbauten gewählt. Für die Maschinen haben mir Mulden am besten gefallen. Hierbei ging es mir darum, drei Maschinen in eine Kiste zu verstauen. Die Standardeinsätze von Bosch sind zwar auch praktisch, lassen aber nur zwei Maschinen zu. Diese habe ich dann mit dem 3D-Drucker erstellt.
Für das Schreinerwerkzeug gefiel mir ein Holzinnenausbau aus 6.5mm Multiplex-Sperrholz für den Boden und 4mm für den Deckel am besten.
Bei der Elektrokiste kam dann wieder 3D-Druck zum Einsatz.
Um ein verzerrungsfreies und maßstabsgerechtes Foto von Boden und Deckel der Kisten zu machen, habe ich jeweils ein Foto im Abstand von 3 Metern mit entsprechendem Zoom gemacht. Das wird dann sehr winkeltreu - es gibt kaum Verzerrungen.
Hier das Beispiel der Maschinenkiste. Hier habe ich gleich die Maschinen optimal platziert.


Diese Fotos habe ich dann in Inkscape (https://inkscape.org/) importiert und dort genau auf die originale Größe skaliert. Dazu benutzt man Inkscape nicht mit Maßen in Pixeln, sondern in Millimetern.
Nun kann man alle Umrandungen als Vektorgrafik in Inkscape über das Foto zeichnen und ist sicher, dass alles am Ende auch passt.

1. Maschinen-Kiste mit 3D-Druck

Die Einsätze für die Maschinenkiste habe ich mit FreeCAD (https://www.freecad.org/) konstruiert. Dazu importiert man die in Inkscape erstellte SVG Datei und extrudiert diese, so, dass ein räumlicher Körper entsteht. Die Vertiefungen für die Maschinen sind passend zur jeweiligen Maschinendicke extrudiert.
Den zweifarbigen Effekt habe ich durch manuellen Filamentwechsel vor den letzten 2mm des Drucks erreicht. Der Prusa-Slicer bietet diese Möglichkeit.

Ich habe mit einem Prusa CoreOne gedruckt, der maximal 256mm x 256mm große Teile drucken kann. Daher habe ich im Slicer das Teil in vier Viertel aufgeteilt. Da alles auf Presspassung hineinpasste, habe ich die Teile nicht miteinander verklebt.

Um zu prüfen, dass das Teil für den Deckel auch wirklich passt, habe ich es mit einem Lasercutter aus Wellpappe ausgeschnitten. Hierzu habe ich dann auch die Inkscape-Zeichnung verwendet. Die Deckel der LBoxxen haben mehrere Löcher, in die sich ein 3mm Gewinde schneiden lässt, so dass man die Rückwand festschrauben kann.

2. Werkzeugkiste mit Holzinnenausbau

Bei der Kiste für die Schreinerwerkzeuge bin ich beim Vermessen genauso vorgegangen, wie bei der Maschinenkiste. Hier habe ich die Holzplatten dann mit dem Lasercutter auf Basis der Inkscape-Zeichnung ausgeschnitten. Da die Formen aber sehr einfach sind, könnte man das auch auf Papier ausdrucken und dann mit der Stichsäge ausschneiden.
Ich habe mindestens eine Stunde damit verbracht, die Werkzeuge so anzuordenen, dass ich maximal viele in der Kiste unterbringe. Immer wieder fand sich eine neue Anordnung, die noch etwas mehr zuließ.

Die Werkzeughalter im Deckel bestehen aus Buchenleisten mit Löchern und Einschnitten.
Damit der Schreinerwinkel auch hält, habe ich ein Supermagnet in die Holzplatte eingelassen.
Der Zollstock wird von einem Abdeckblech für PCI Slots bei Desktop-PCs gehalten, das ich entsprechend abgewinkelt habe.

3. Elektrokiste mit 3D Druck

Hier bestehen Rückwände und Werkzeughalter aus 3D-gedruckten Teilen. Die Werkzeughalter sind mit Kunstoffkleber, den man auch für Revell-Modelle verwendet, auf die Rückwand geklebt.



Für die Teile in der Kiste unten brauchte ich nur wenige Einteilungen.

Fertig für den Außeneinsatz
Nun warten die Kisten auf den nächsten Einsatz bei einem Renovierungsprojekt.
